Betreuungsgeld Höhe

Seit August 2013 können Eltern nach dem klassischen Elterngeld nun auch das sogenannte Betreuungsgeld beantragen. Damit die Eltern selbstständig eine Betreuung und Förderung für Ihre Kinder, unter drei Jahren, organisieren können.

Die Betreuungsgeld Höhe hat sich 2014 verändert. So erhält man nun statt 100 €, sogar 150 € pro Monat. Mit dieser Summe sollen, neben steuerlichen Vergünstigungen, die Mehrkosten für Familien mit Kind abgefangen werden. Die Aufwendungen für die Betreuung und Förderung des Nachwuchses in den ersten Lebensjahren sind besonders intensiv. Familien mit Kindern dürfen finanziell nicht schlechter gestellt sein, als kinderlose Paare. Wie es der Name schon sagt, dient das Betreuungsgeld dazu, das Kind selbst zu Hause zu betreuen und auch zu fördern.

Übersicht Betreuungsgeld Höhe

1. August 2013 100,00 €/Kind und Monat
seit 1. August 2014 150,00 €/Kind und Monat

Wichtige Informationen zur Betreuungsgeld Höhe

Der Gesetzgeber hat auf der Grundlage des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes die Zahlung des Betreuungsgeldes ab dem 1.August 2013 beschlossen. Das Betreuungsgeld betrug, wie bereits erwähnt, ab 1. August 2013 100 € pro Kind. Ein Jahr später ab 1. August 2014 wurde dieser Betrag um 50 € angehoben und beträgt 150 €.

Die Höhe des Betreuungsgeldes kann sich zusätzlich um 15 € pro Monat und Kind erhöhen, wenn die Eltern dieses für die spätere Ausbildung oder die Altersversorgung des Kindes ansparen.

Anspruch auf Betreuungsgeld haben alle Eltern und Alleinerziehenden, deren Kinder nach dem 1.August 2012 geboren sind. Das Betreuungsgeld soll quasi die eigene Erziehungsarbeit der Eltern honorieren. Dabei spielt es keine Rolle ob beide Eltern voll oder Teilzeit berufstätig sind. Oder ob ein Elternteil während der ersten Lebensjahre des Kindes, die Berufstätigkeit ruhen lässt. Wichtig ist nur, dass das Kind zu Hause und nicht in einer sozial geförderten Tagesstätte untergebracht ist. Die Betreuung muss nicht zwingend von den leiblichen Eltern selbst ausgeführt werden. Das kann auch durch ein anderes Familienmitglied übernommen werden. Oft sind es die Großeltern oder andere Verwandte, die eine Betreuung zeitweise übernehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Kind durch eine Tagesmutter betreuen zu lassen, wenn man diese selbst finanziert. Die Betreuung darf nur nicht mit öffentlichen oder sozialen Leistungen finanziert sein, auch nicht für einen begrenzten Zeitraum.

Nach der Geburt eines Kindes erhalten die Eltern in der Regel das Elterngeld. Dieses wird bis einschließlich 14. Lebensmonat des Kindes gezahlt. Ist der Anspruch auf Elterngeld erloschen, haben die Eltern seit 1. August 2013 das Recht Betreuungsgeld zu beantragen. Eine gleichzeitige Zahlung von Elterngeld und Betreuungsgeld ist nicht möglich. Der Antrag wird im jeweiligen Bundesland bei der zuständigen Betreuungsgeldstelle gestellt.

Entsprechende Formulare und Vordrucke hält die zuständige Institution bereit oder finden Sie hier, für die jeweiligem Bundesländer, als Download. Die zuständigen Ämter sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. In einigen Bundesländern übernimmt die Familienkasse auch die Beantragung und Auszahlung des Betreuungsgeldes. In anderen Bundesländern kann man auch beim zuständigen Jugendamt den Antrag stellen.Betreuungsgeld Höhe

Vorraussetzungen für das Betreuungsgeld

Voraussetzung für den Bezug des Betreuungsgeldes ist, dass die Eltern den ständigen Wohnsitz innerhalb Deutschlands haben. Der Antragsteller des Betreuungsgeldes muss mit dem zu betreuenden Kind in einem Haushalt leben. Für das zu betreuende Kind darf keine öffentliche, oder mit sozialen Mitteln geförderte Tagesstätte in Anspruch genommen werden, auch eine stundenweise Betreuung wird ausgeschlossen. Die Einkommensgrenze der Antrag stellenden Eltern, darf im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes, die Höhe von 500.000 € nicht übersteigen. Bei alleinerziehenden Eltern beträgt diese Einkommensgrenze 250.000 €.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird das Betreuungsgeld in der oben angegebenen Höhe ab dem 1. Tag des 15. Lebensmonats, für insgesamt 22 Monate gezahlt. Wurde von beiden Elternteilen Elterngeld bezogen, so kann auch ab dem 13. Lebensmonat des Kindes Betreuungsgeld beantragt werden. Dies sind Einzelfall Entscheidungen. Das Gleiche gilt auch für Alleinerziehende, wenn diese vor der Geburt über kein Erwerbseinkommen verfügt haben. Wurde seitens der Eltern eine Verlängerung des Elterngeldes beantragt, so hat das auch keinen Einfluss auf das Betreuungsgeld.

Der Anspruch auf Betreuungsgeld erlischt, mit Vollendung des dritten Lebensjahres, also mit 36 Monaten. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich die Höhe des Betreuungsgeldes seit 1.August 2014 um 150 € je weiterem Kind. Ausgezahlt wird das Betreuungsgeld ausschließlich an die Eltern oder den alleinerziehenden Elternteil, bei dem das Kind lebt. Ändert sich während der Bezugszeit des Betreuungsgeldes etwas an den persönlichen Verhältnissen, die für die Beantragung relevant waren, ist dies unverzüglich der Antragsstelle mitzuteilen. Wird z. B. innerhalb der Bezugszeit doch eine staatlich geförderte Einrichtung zur Betreuung hinzu gezogen, so erlischt der Anspruch in dem Monat, ab dem das Kind die Tagesstätte besucht.

Arbeiten beide Elternteile, ist das Einkommen kein Ausschlusskriterium für die Zahlung des Betreuungsgeldes. Auf andere Sozialeinkommen wird das Betreuungsgeld angerechnet. Das Betreuungsgeld ist immer die vorrangige Leistung. Auf ALG II, Kindergeldzuschlag und Sozialhilfe wird das Betreuungsgeld voll angerechnet. Bei Beziehern von ALG I und BAföG wird das Elterngeld und das Betreuungsgeld bis zu einer Höhe von 300€ nicht angerechnet. Das bezogene einheitliche Kindergeld hat ebenfalls keine Relevanz bei der Zahlung von Betreuungsgeld.

Warum wurde das Betreuungsgeld eingeführt?

Das Betreuungsgeld soll die finanziellen Unterschiede gerade in den ersten Lebensjahren ausgleichen. Erziehende Mütter und immer mehr Männer, verzichten häufig auf die eigene Berufstätigkeit, um Ihre ganze Zeit der Betreuung und Förderung der Kinder zu widmen. Gerade die ersten drei Lebensjahre sind in der frühkindlichen Entwicklung ganz besonders wichtig. Die Kinder erlernen in dieser Zeit das Sprechen und Laufen, sowie das Erkennen und zeigen von Gegenständen. Hier werden quasi die Grundlagen für die spätere Bildung gelegt. Auch frühkindliche Begabungen zeigen sich in diesem Alter und sollten dann besonders gefördert werden.

Kritiker sehen in der Erziehung in der Häuslichkeit, besonders bei sozial schlechter gestellten Familien, ein Defizit in der Förderung. Jedes Kind bis zum Alter von drei Jahren, hat per Gesetz seit 2013 ein Anrecht auf einen staatlich geförderten Tagesbetreuungsplatz. Dieses Anrecht kann per Gericht auch eingeklagt werden. Es fehlen sowohl die Betreuungsplätze als auch die passendem Erzieher. Darum legt es der Gesetzgeber nun wieder in die Hand der Eltern, gerade die Kinder unter drei Jahren selbstständig zu Fördern und zu Betreuen. Das Betreuungsgeld ist somit wie ein Honorar für diese geleistete Arbeit zu sehen. Und die Wichtigkeit der frühkindlichen Förderung sollte ein Anliegen der Familienpolitik bleiben. Mit dem Betreuungsgeld ist man hier auf einem guten Weg.

Fazit

Kinder sind unsere Zukunft. Familien mit Kindern sollen in unserem Land wieder eine wichtigere Rolle spielen. Das Ziel der Familienpolitik in Deutschland ist es, Familien mit Kindern auch finanziell zu stärken und zu unterstützen. Junge Paare sollen bei der bewussten Entscheidung für ein Kind unterstützt und bestärkt werden. Finanzielle Sicherheit und hohe Kosten sollten kein Grund sein, sich gegen Kinder auszusprechen. Ob sich bei der Betreuungsgeld Höhe auch im Jahr 2015 wieder etwas tut, kann jetzt noch nicht gesagt werden.

Bildquelle:
Bild oben: © panthermedia.net / Micha Klootwijk

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